#NYIAS 2018 – Eine Elektrostudie die eine ganze Messe überstrahlt

8 Apr 2018 • 3 Min Lesezeit

Vergangene Woche hat in New York die diesjährige Auflage der NYIAS gestartet und gefühlt auch bereits ihren Höhepunkt erlebt. Auf der wichtigsten Frühjahrsmesse Nordamerikas haben auch dieses Jahr, neben Neuheiten speziell für den amerikanischen Markt, einige Automobilhersteller Weltprämieren gefeiert. So hat Hyundais Luxusmarke Genesis, mit dem Media Event zur Enthüllung des Genesis Essentia Konzepts, allen anderen Ausstellern die Show gestohlen. Zunächst aber einige unserer kleineren persönlichen Highlights der New York International Auto Show 2018.

 

VW präsentierte neben dem Atlas und dessen Pickup-Version dem Tanoak, die größentechnisch zwischen Tuareg und Tiguan angesiedelt sind, die R-Line des VW Arteon. Die Highendversion des Arteon hebt sich nicht nur im Design, sondern auch in der Leistung deutlich von der Serienversion ab. Für den US-Markt werden alle Modelle mit einem 2.0 TDI Motor in Verbindung mit einem 8-Gang-Automatikgetriebe angekündigt, das 268 PS auf die Straße bringen soll. VW Nordamerika CEO Hinrich Woebcken platzierte den Arteon als spirituellen Nachfolger des CC, der allerdings in der Oberklasse beheimatet sein soll. Für den heimischen Markt werden die Antriebsvarianten mit jeweils 2.0 Liter Hubraum, mit 280 PS in der Benzin- und 240 PS in der Dieselvariante verfügbar sein.

Mini hat bei uns mit einem wunderschön restaurierten und mit einem Elektromotor ausgestatteten Classic Mini Cooper großes Nostalgiefeeling ausgelöst. Für 2019 ist bereits das Mini-Coupé mit E-Antrieb angekündigt. Der gezeigte Classic ist damit leider nur ein Einzelstück. Das Go-Kart-Feeling das in den jüngeren Mini-Modellen von uns etwas vermisst wurde, könnte allerdings mit dem Mini Coupé E, dank den üblicherweise tief gelagerten Batterien zurückkehren. Genauere Informationen zu technischen Details, wie etwa der verwendeten Batterietechnik und dem Antrieb wurden noch nicht bestätigt. Wir bleiben also gespannt.

Wie im letzten Blogbeitrag angekündigt, haben wir aber vor allem auf die Enthüllung des Genesis Konzepts hin gefiebert. Bereits im Vorfeld der Präsentation hat Genesis mit der Ankündigung des G70 Coupés die Spekulationen zum verhüllten Konzept massiv befeuert. Um 22:00 Uhr MESZ, 16:00 Uhr Ortszeit, war es dann schließlich so weit. Genesis USA hat das angekündigte Media Event gestartet, dass mit einer beeindruckenden Show begeistert hat und mit der Enthüllung des Genesis Essentia Concept seinen Höhepunkt gefunden hat.

Wie schon in den Jahren zuvor hat Genesis auch dieses Jahr die New York International Auto Show genutzt, um ein Konzept zu präsentieren, das den anderen Ausstellern die Show stiehlt. Auch Genesis Chef Manfred Fitzgeralds Ankündigung im Vorfeld, auf dem Genesis Open Golf Tournament, die Studie werde einen Wendepunkt für die Marke für die Wahrnehmung der Marke in der Öffentlichkeit darstellen, war keine Übertreibung. Mit der Essentia Konzeptstudie hat das Designteam um Alexander (Sasha) Selipanov, der schon für das Design des Bugatti Chiron verantwortlich war, einen Elektro-Gran Tourismo geschaffen, der tatsächlich zu schön ist, um wahr zu sein. Neben der Tatsache,

dass die Studie unglaublich tief und flach am Boden liegt, fallen vor allem die fließend nahtlose Optik und die transparente Motorhaube auf, die von „Quad Lights“ umrahmt wird. Unter der transparenten Motorhaube verbirgt sich aber nicht etwa der Motor, sondern das Kohlefaserchassis. Angetrieben werden soll das Coupé von mehreren Elektromotoren, die das Fahrzeug von 0 auf 100 in etwa 3 Sekunden beschleunigen können sollen. Auch beim Einsteigen fällt der nahtlose Übergang auf. Griffe für die Türen werden vergeblich gesucht, geöffnet werden die nämlich mit dem Fingerabdrucksensor, der sich in der B-Säule verbirgt. Bei geöffneten Türen zeigt sich allerdings erst das wahre Meisterwerk des Designteams. Das Interieur wird eingerahmt von einer fließenden G-Matrix, die zeigt, welche aufregenden Möglichkeiten sich durch den 3D-Druck in der Fertigung, in Sachen Werkzeugkonstruktion und Fertigungsplanung ergeben. Im Innenraum gibt sich die Studie in blauem und cognacfarbenem Leder, Samt und Aluminium. Das Cockpit besteht aus einem hochauflösenden Touch-Display, das sich über die gesamte Breite zieht und mit zahllosen weiteren technischen Spielereien aufwartet.

Auch wenn aus der Konzeptstudie wohl kein Serienfahrzeug wird, freuen wir uns dennoch sehr darauf Elemente in künftigen Genesis Modellen in Serie realisiert werden. Die NYIAS 2018 läuft zwar noch bis zum 9. April, hat aber zumindest für uns, schon alleine durch das Genesis Media Event, mehr zu bieten gehabt als vergleichsweise der Genfer Automobilsalon in diesem Jahr. Unser nächster Termin ist die Auto China 2018 die am 25. April in Peking ihre Pforten öffnet.